NATO-Gipfel 2009: THW unterstützt den Katastrophenschutz (03.04.2009 - 04.04.2009)
Lahr/Stuttgart. Aus Anlass des 60-jährigen Bestehens der NATO fand in der Zeit vom 3. bis einschließlich 4. April 2009 der NATO-Gipfel in Baden-Baden, Kehl und Straßburg (Frankreich) statt. Als Einsatzorganisation des Bundes im Bevölkerungsschutz war die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) Bestandteil des Sicherheitskonzeptes. Ehrenamtliche Kräfte des THW leisteten im Auftrag der für die Gefahrenabwehr zuständigen Stellen Dienst im Umfeld des Gipfels.
Um einen reibungslosen Ablauf dieser Veranstaltung zu gewährleisten, waren umfangreiche Aufgaben der Gefahrenabwehr zu leisten. Das THW stellte während des Gipfeltreffens Einsatzkräfte aus den Bereichen Führung und Kommunikation, Beleuchtung, Elektroversorgung, Logistik und Infrastruktur zur Verfügung. Die Einheiten kamen größtenteils aus Baden-Württemberg und wurden durch zusätzliche Helfer aus dem Landesverband Bayern und dem Länderverband Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland unterstützt.
Dirk Göbel, THW-Landesbeauftragter für Baden-Württemberg, lobte das Engagement der ehrenamtlichen Helfer und erklärte: „Das THW in Baden-Württemberg erhielt im Rahmen des diesjährigen NATO-Gipfels die Chance, das breite Spektrum seiner Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Und dies ist uns erneut gelungen! Wir standen mit einer Vielfalt an THW-Einheiten bereit, um den Bevölkerungsschutz auch während des NATO-Gipfels sicherzustellen.“
US-Präsident Obama in Baden-Baden
Orkanartiger Wind, aufgewirbelter Staub und ohrenbetäubender Lärm lassen die Szenerie in Baden-Baden am 3. April unwirklich erscheinen: Helikopter donnern beim Landeanflug dicht über die Köpfe der Helfer hinweg. Wie an einer Kette aufgereiht, schlängeln sich unzählige schwarze Limousinen an die Hubschrauber heran. „Barack Obama hat uns gewunken“ erzählt ein THW-Helfer begeistert. Wenige Minuten später landen auch Nicolas Sarkozy und Carla Bruni.
Zufriedenheit mit der Arbeit des Technischen Hilfswerks
Paul Breimaier vom Bundesministerium des Inneren zeigte sich bei einer Inspektionstour genauso beeindruckt von der Einsatzbereitschaft und dem Engagement der Ehrenamtlichen wie der Innenminister von Baden-Württemberg Heribert Rech. Der THW-Einsatzabschnittsleiter in Gaggenau, erläuterte dem Innenminister an praktischen Beispielen die THW-Arbeit im Rahmen des NATO-Gipfels: Die große Anzahl an Einsatzkräften sind ohne Lotsendienste und wochenlange Vorplanung nicht zu organisieren. Im Gespräch mit THW-Helfern lobte er das ehrenamtliche Engagement und betonte, wie wichtig ihre Arbeit sei. Landesbranddirektor Hermann Schröder gab dem Minister einen Überblick über die Einsatzabschnitte und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit: „In Frankreich sind die Kräfte zentral von Paris aus gesteuert. Die unterschiedlichen Strukturen zusammen zu führen ist aufwendig. Unsere zweisprachigen Kameraden ermöglichen trotzdem eine reibungslose Zusammenarbeit.“
Arbeitgeberverständnis trotz Wirtschaftskrise
Seit Oktober 2008 wurden in unzähligen Treffen der Einsatz vorbereitet, mögliche Lokalitäten geprüft und Kartenmaterial beschafft. Unzählige Stunden ehrenamtlicher Arbeit, die oftmals dadurch ermöglicht werden, dass Arbeitgeber die Helfer freistellen. „Das ist in diesen Zeiten der Wirtschaftskrise nicht selbstverständlich“ betont Innenminister Rech.
Ehrenamtliche THW-Helfer vom Ortsverband Lahr waren an vielen Stellen rund um den Gipfel eingesetzt. So stellte der Ortsverband zum Einen seine Unterkunft auf dem Flugplatzgelände für auswärtige THW-Ortsverbände bereit. Zum Anderen waren die Lahrer Helfer unweit der Unterkunft auf dem Flughafen „Blackforest Airport“ zur Ausleuchtung sowie rund um Baden-Baden eingesetzt. Dort waren sie für die Ausleuchtung in der Nähe des Kurhauses eingeplant, außerdem mehrere Tage zum Lotsendienst. Außerdem halfen die THW-Kräfte aus Lahr beim Auf- und Abbau einer zeltartigen Wartungshalle für Hubschrauber.
Autor: Stefan Jörger
Dieser Artikel wurde am 08.04.2009 angelegt (und zuletzt am 09.04.2009 geändert).

